Effizienzklassen für Gebäude einführen? Umweltverbände und Mieterbund zur Gebäudesanierung

Klimaretter.Info hat einen interessanter Artikel über die Dauerdebatte über die Förderung von Gebäudesanierung. Weil bei der aktuellen Diskussion zwischen Bund und Ländern wohl wieder nicht viel rauskommt, haben sich Umweltverbände und Deutscher Mieterbund zusammen getan. Interessante Allianz. Fun facts:

“38 Prozent des Endenergieverbrauchs gehen auf den Gebäudesektor”, so Hartmut Röscheisen vom Deutschen Naturschutzring. Damit sei der Bereich der größte Klimasünder.

Nach Erhebung der Deutschen Energieagentur Dena sind in Deutschland 65 Prozent der Fassaden ungedämmt. 60 Prozent aller Fenster sind in einem energetisch schlechten Zustand, 80 Prozent der Öl- und Gasheizungen entsprechen nicht dem Stand der Technik. Gleichzeitig sind nach den Erhebungen die Heizkosten seit 1995 um 173 Prozent gestiegen – es muss also etwas getan werden. Die Förderprogramme der KfW wurden aber zuletzt auf Eis gelegt.

Und statt zu steigen, ist die Gebäudesanierungsrate in den letzten Jahren drastisch gefallen.

Mieterbund und Umweltverbände fordern Effizienzklassen wie bei Elektrogeräten.

Eine Wohnung oder ein Haus könnten dann beispielsweise in die Effizienz-Klasse C eingestuft werden, wenn bereits energetisch teilsaniert wurde. Wohnungen gänzlich ohne energetische Sanierung könnten beispielsweise auf die Effizienzklasse G kommen, Passivhäuser etwa auf A+.  Diese Effizienzklassen könnten im Gebäudepass ausgewiesen werden und dem Gesetzgeber zur Stimulanz der Sanierung nutzen. “Beispielsweise könnte beschlossen werden, dass alle Gebäude im Jahr 2025 mindestens den Effizienzstandart F haben”, so Sieberg. Daraus müsse sich nicht zwangsläufig die Pflicht ergeben, dass jeder Hausbesitzer tatsächlich auch saniert. “Wer nicht bis 2025 die Effizienzklasse F erreicht, muss dann aber in einen Fonds einzahlen”

Die Finanzierung der Gebäudesanierung soll gedrittelt werden, ein Drittel Vermieter, ein Drittel Mieter und ein Drittel der Staat. Letzteres käme auf 5 Mrd. jährlich, würde sich aber bezahlt machen, so der BUND.

“Ein Euro Förderung löst fünf Euro Investitionen aus, was schließlich über Lohn- oder Mehrwertsteuern bis zu zwei Euro wieder ins Staatssäckel zurückfließen lässt”. Sogar vorfinanzieren könnte die Bundesregierung diese fünf Milliarden für Sanierungsprogramme. “Durch den Abbau von Energiesubventionen: Derzeit werden jährlich neun Milliarden Euro dafür ausgegeben, dass Energie verschwendet wird”, so Neumann. Er nannte beispielsweise Ausnahmen bei der Stromsteuer.

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